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DTM-Titel-Entscheidung in Hockenheim – Audi hat vier Eisen im Feuer

26.09.2017 Kategorie: DTM

Der DTM-Meister 2017 wird erst beim Finale in Hockenheim gekrönt. Damit findet die Saison der überraschenden Wendungen einen höchst würdigen Abschluss. In knapp drei Wochen (13. bis 15. Oktober) ist es soweit: Rein rechnerisch starten zu den beiden Finalläufen auf dem Traditionskurs Hockenheimring Baden-Württemberg noch sechs DTM-Fahrer mit Chancen auf den Titel. Audi ist die Marke der Stunde. Nach drei Saisons, in denen der jeweils Beste der Ingolstädter nur den Trostpreis Vizetitel errang, hat Audi jetzt gleich vier Asse im Ärmel: Mattias Ekström führt klar mit 172 Punkten, gefolgt von René Rast (151), Jamie Green (137) und Mike Rockenfeller (134). Punktgleich liegt der amtierende Champion Marco Wittmann (BMW) auf Rang fünf vor Lucas Auer (Mercedes-AMG, 131). 56 Punkte sind noch zu vergeben.

Das DTM-Finale auf dem Grand-Prix-Kurs wird also ein echtes Highlight. Das Streckenlayout garantiert spektakuläre Überholmanöver und damit spannende Rennen – und das breite Angebot an Tribünenplätzen inkl. Gänsehaut-Feeling im Motodrom gilt als Sahnehäubchen für die Fans.

Mattias Ekström: Der dienstälteste DTM-Pilot hat den dritten Titel im Visier
Trotz 21 Zählern Vorsprung zeigt sich Ekström nur verhalten optimistisch: „Man hat ja in Spielberg gesehen, wie schnell sich das Blatt wieder wenden kann.“ Nach seinem Sieg im Samstagsrennen – auch dank freundlicher Unterstützung des Markenkollegen Green, der die Tür für Ekström weit öffnete – fand sich der Schwede sonntags nur auf Startplatz acht wieder. Mitten im engen Startgetümmel verlor er, vorsichtig agierend, weitere Plätze und sah sich gezwungen, auf eine aggressive Strategie zu setzen: Reifenwechsel in Runde eins. So wurde es ein Rennen ganz nach dem Geschmack des rauflustigen 39-Jährigen. Mit herzerfrischendem Kampfgeist und sehr viel Köpfchen eroberte Ekström, Champion 2004/2007, Rang fünf. Mit seinem dritten DTM-Titel, exakt zehn Jahre nach dem letzten, würde er in seiner 17. DTM-Saison mit DTM-Legende Klaus Ludwig gleichziehen. Nur der fünfmalige Champion Bernd Schneider läge vor Ekström.

Spuckt Rookie Rast dem Altmeister in die Suppe?
Ausgerechnet ein DTM-Neueinsteiger könnte dazwischenfunken: René Rast. Mit allerlei Titeln und Siegen in Markenpokalen und Sportwagenserien im Gepäck wurde Rast 2017 in den Audi-Werkskader aufgenommen. Da war er schon 30 Jahre alt. Für den Aufstieg in die renommierte DTM hatte der strebsame Ostwestfale Jahr für Jahr geackert. Mit drei Siegen zählt er zu den vielen Überraschungen der DTM-Saison. Rivale Ekström hat gerade mal einen geschafft, dafür deutlich regelmäßiger gepunktet. Der Perfektionist Rast zahlte auch reichlich Lehrgeld in der populärsten Tourenwagenserie Europas. In seiner Bilanz stehen zahlreiche Fehler der Marke „zu viel gewollt“. Und hinter dem Deutschen lauern in Schlagdistanz die Herren Jamie Green, Mike Rockenfeller, Marco Wittmann und Lucas Auer.

Wer hat in Hockenheim die besseren Nerven? Green? In Spielberg Dominator und tragischer Held: Nach Platz zwei am Samstag fiel der eloquente Brite am Sonntag in Führung liegend kurz vor Rennende einem Getriebedefekt zum Opfer. Zwei Saisonsiege hat der dreifache Vater auf dem Konto. Mike Rockenfeller? War 2013 souverän DTM-Meister und gilt als extrem abgeklärt. Marco Wittmann? Die coolste Socke im Feld und zweimaliger Champion (2014/2016). Und was macht „Luggi“ Auer? Der seine Heimrennen in Österreich gnadenlos versemmelte und nur noch Tabellensechster ist statt direkter Verfolger? Der 23-Jährige, Typ Sonnenschein, konnte drei Saisonsiege feiern – einen davon beim Auftakt in Hockenheim.

„Performance-Gewichte“ endlich abgeschafft
Den eingefleischten DTM-Fans waren sie schon lange ein Dorn im Auge – die sogenannten „Performance-Gewichte“. Dank einer einmütigen Entscheidung der DTM-Dachorganisation ITR sowie von Audi, BMW und Mercedes – und dem Segen der Sportbehörde DMSB. Damit treten alle 18 DTM-Boliden seit Spielberg mit demselben Basisgewicht an; Erfolge werden nicht mehr bestraft. Ein weiterer Schritt, den reinen Sport in den Vordergrund zu rücken und Strategiespielchen zu verhindern. „Alle Beteiligten haben die Stimmen der Fans gehört“, urteilte ITR-Chef Gerhard Berger zufrieden. „Ich freue mich sehr, dass die Hersteller an einem Strang ziehen und im Sinne des Sports entschieden haben. Das ist ein starkes Signal für die DTM.“

Tolles Tribünenangebot in Hockenheim, Preise familienfreundlich
Die Ticketpreise sind stabil und familienfreundlich. Ab zehn Euro ist der Fan am Freitag dabei, am Wochenende schon für 25 Euro. Das Angebot an Family-Tickets (zwei Erwachsene und zwei Kinder bis einschl. 14 Jahre inkl. Zutritt zum Fahrerlager) reicht von 35 bis 125 Euro. Mit Print@Home-Verfahren kann man DTM-Tickets von zu Hause über www.dtm.com kaufen und ausdrucken. Auch über die DTM-Ticket-Hotline unter 01806 456 456 (0,20 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Festnetz/max. 0,60 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Mobilfunknetz) oder die Hotline des Hockenheimrings unter 06205 950 222 sind Tickets buchbar.