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American Fan Fest Hockenheimring - Norbert Groer mit Doppelsieg in der Division 2

01.08.2017 Kategorie: NASCAR Whelen Euro Series
Simon Stoller holte sich den Sieg im ersten Rennen
Simon Stoller holte sich den Sieg im ersten Rennen

Simon Stoller (PRC Turbo) und Siegmar Pfeifer (Norma BMW) entschieden den vierten Saisonlauf der Sports Car Challenge im Rahmen des American Fan Fest auf dem Hockenheimring für sich. Der schnelle Schweizer lag auch im zweiten Rennen auf Siegeskurs, musste aber seinen Boliden frühzeitig abstellen. In der Division 2 siegte Dr. Norbert Groer (Ligier Honda).

Simon Stoller ist in der Division 1 angekommen. Der letztjährige Division 2 Pilot zeigte auch in Hockenheim, dass mit ihm immer zu rechnen ist. Zwar musste der Eidgenosse im Qualifying noch Siegmar Pfeifer im Norma BMW klar den Vortritt lassen, im Rennen jedoch geigte Stoller groß auf. Fehlten im Zeittraining noch knapp über drei Sekunden, war davon im ersten Heat nichts mehr zu sehen. Der PRC-Pilot setzte sich gleich in der ersten Runde an die Spitze und zog Pfeifer weg. Am Ende waren es über sieben Sekunden auf Rang zwei. „Ich konnte von Anfang an schön meinen Rhythmus halten und das Rennen von Anfang bis zum Schluss durchziehen. Es hat alles super gepasst. Dadurch konnte ich das Rennen kontrollieren und sicher ins Ziel bringen“, so Stoller zu seinem Sieg.

Im zweiten Heat eroberte sich Stoller nach einem Umlauf die Spitze von Siegmar Pfeifer. Der Schweizer fuhr an der Spitze, während dahinter Pfeifer folgte. Es roch nach einem weiteren Erfolg für den amtierenden Meister. Doch in Runde acht rollte der PRC mit einem gebrochenen Krümmer an die Box. Das Aus. Damit war der Weg für Siegmar Pfeifer frei, der Sieg Nummer fünf in dieser Saison seinem Konto hinzufügte. „Manchmal passt es gut, manchmal nicht so ganz. Bis zu Hälfte ging es gut. Dann kam das alte Problem wieder zum Vorschein, die Bremse. Ich hatte eine weiche Bremse. Was willst du da machen. Da musst du den Dampf rausnehmen und versuchen die Punkte einzufahren“, hatte Pfeifer noch am Samstag seinen zweiten Platz erklärt.

Renncomeback von Emanuel Pedrazza
Nach längerer Zeit griff PRC-Teamchef Emanuel Pedrazza wieder einmal selbst ins Lenkrad. Im ersten Zeittraining stellte er seinen PRC BMW auf Startplatz fünf hinter Stephan Rupp (Ligier LMP3 Nissan) und Alexander Seibold (PRC BMW). Rupp büßte jedoch gleich in der ersten Runde einige Plätze ein, während sich Turi Breitenmoser (PRC Ford) mit einem starken Start von der neunten Position aus an die vierte Stelle gesetzt hatte. Dahinter folgten Pedrazza und Rupp. Doch schon in der dritten Runde steuerte Breitenmoser den PRC an die Box. „Ich war nach einer halben Runde auf Platz vier vorgefahren. Dann habe ich gesehen, dass ich den vor mir nicht erreichen kann. Nach drei Runden habe ich mir gesagt, mir ist langweilig. Da bin ich an die Box gefahren und damit meine Motorsportkarriere gleich beendet“, überraschte der Schweizer mit seiner Aussage nach dem Rennen. Damit ging es zwischen Seibold und Pedrazza, ein Duell aus alten SCC Tagen, um Gesamtrang drei. Am Ende setzte sich Seibold knapp mit 0,2 Sekunden Vorsprung durch. „Es war ein packender Zweikampf mit Emanuel Pedrazza. Ich denke, dass ich das ganz gut im Griff hatte. Dann war er auf einmal weg, weil er sich gedreht hatte. Ich habe dann das Tempo etwas herausgenommen und achtete mehr auf das Überrunden. Auf einmal war der wieder dran. Dann war es ein toller Fight bis ins Ziel. Wenn man so knapp gewinnt und kämpft, ist es umso schöner“, so Seibold. Emanuel Pedrazza ergänzte: „Es hat super Spaß gemacht. Es war ein toller Zweikampf mit Alexander Seibold. Er ist super gefahren. Er hat sich das Rennen gut eingeteilt und ist sehr taktisch gefahren. Für mich gab es kein vorbei.“ Als Gesamtfünfter überquerte Stephan Rupp den Zielstrich.

Im zweiten Rennen landete Emanuel Pedrazza als Gesamtzweiter auf dem Treppchen. Hauptkonkurrent Alexander Seibold musste dagegen bereits in der ersten Runde seinen PRC in der Box abstellen. Ein anderes Fahrzeug hatte sein Auto am Hinterrad getroffen und dabei den ganzen Reifen aufgeschlitzt. Davor lag noch Andreas Fiedler, der nach seinem Motorschaden für das zweite Rennen den PRC von Breitenmoser übernommen hatte. Doch Probleme zwangen Fiedler auch zur frühzeitigen Aufgabe. „Ich habe abgebrochen, da ich das Gefühl hatte, dass etwas nicht stimmte. Das Auto ist mir hinten immer etwas ausgebrochen. Ich wusste nicht ob es Öl war oder etwas am Auto. Da wollte ich kein Risiko mit dem fremden Auto eingehen“, so Fiedler. Damit hatte Pedrazza einfaches Spiel und musste in erster Linie nur den hinter ihm fahrenden Stephan Rupp im Auge behalten. Der zeigte sich mit dem ersten Einsatz des Ligier LMP3 zufrieden: „Es war ein wunderschönes Rennen und ein absolutes Fairplay mit den anderen Fahrern. Wir sind sehr happy. Das ganze Team hat einen guten Job gemacht und wir sind sehr zufrieden. Emanuel Pedrazza konnte ich nicht kriegen. So bin ich mit meinem Resultat sehr zufrieden“, so Rupp.

Groer mit deutlichem Erfolg in der Division 2
Dr. Norbert Groer war in der Division 2 mit seinem Ligier Honda nicht zu schlagen. Der Österreicher siegte zweimal souverän und ärgerte die leistungsstärkeren Division 1 Boliden. Im ersten Rennen sah Groer als starker Gesamtsechster vor den Division 1 Autos von Mike Fenzel (Radical SR8) und Michael Tschan (PRC Turbo) das schwarz-weiß karierte Tuch. Rennen zwei beendete der Ligier Pilot vom Team Hoffman sogar auf dem vierten Platz. „Ich freue mich sehr über den tollen sechsten Platz im Gesamtfeld. Mich hat es natürlich gefreut, dass ich mit den Großen mithalten konnte. Leider ist meine Division etwas unterbesetzt und es wäre schön, wenn ich da ein paar Gegner mehr hätte. Im zweiten Rennen lief es für mich noch besser“, freute sich Groer. Die Plätze zwei und drei gingen an die beiden Damen im Starterfeld. Corina Fenzl (Radical SR4) und Jasmin Fiedler (PRC Honda) belegten in beiden Rennen die Ränge zwei und drei.
Serienchef Walter Pedrazza zog zu dem Auftritt der Sports Car Challenge beim American Fan fest auf dem Hockenheimring ein durchweg positives Fazit. " Ich bin hier sehr zufrieden. Es war eine schöne Veranstaltung mit meiner Meinung nach doch vielen Zuschauern. Das Fahrerlager war schön hergerichtet mit vielen Aktionen. Wir waren mit der SCC dabei und wir werden wieder dabei sein. Wir hatten hier ein schönes Feld mit tollen Autos, keine Unfälle und schöne, spannende Rennen", so SCC Chef Pedrazza.

arpRedaktionsbüro Patrick Holzer